„WandaVision“ (Miniserie, 2021)

Serienkritik: Mit Avengers Endgame und dem Nachzügler „Spider-Man: Far From Home“ endete die dritte Phase des MCU (Marvel Cinematic Universe) und mit Spannung wurde von den Fans und Cineasten erwartet, wie die nächste Phase aussehen und mit welchen Helden gestartet wird. Den Anfang machen nun zwei der Nebencharaktere – Scarlet Witch und Vision – in ihrer neunteiligen Miniserie „WandaVision“, die man auf Disney+ sehen kann.

Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) und ihr Mann Vision (Paul Bettany) führen ein beschauliches Leben in einem amerikanischen Vorort der 1960er Jahre. Alles wirkt wie aus einem bekannten TV-Sendung: Es gibt die üblichen Pannen, die lästigen Nachbarn und das schwierige Essen mit dem Chef. Doch alles in allem geht es den beiden gut. Als Wanda dann auch noch schwanger wird, scheint das Glück perfekt. Doch nicht nur Vision merkt, dass etwas nicht stimmt, sondern auch andere Anzeichen mehren sich, dass dies nicht die Realität ist. 

Courtesy of Marvel Studios

Paul Bettany und Elizabeth Olsen

Mit viele Abschieden und auch Toten endete die dritte Phase des Marvel Cinematic Universe. Bevor es in den wiedereröffneten Kinos nun mit Filmen wie „Black Widow“ (Kinostart: 8. Juli 2021) und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (angekündigt) weitergeht, wurde die kinofreie Corona-Zeit mit drei Serien überbrückt. Alle drei befinden sich selbstverständlich auf dem Streamingportal Disney+. Die erste der drei Serien war die neunteilige „WandaVision“ (darauf folgten „The Falcon and the Winter Soldier“ (2021) und „Loki“ (2021)). Sie handelt von den beiden Nebenfiguren Wanda Maximoff, welche im zweiten Avenger-Teil zur Truppe hinzu kam, und der Künstlichen Intelligenz Vision, geschaffen von Tony Stark. Die beiden verliebten sich und ihre Liebe fand in „Avengers: Endgame“ ein tragisches Ende. Doch nun sieht man die beiden in trauter Zweisamkeit in der Idylle einer 60er-Jahre Show. Sie führen eine klassische Bilderbuchehe, in der Vision einer langweiligen Büroarbeit nachgeht und Wanda den Haushalt schmeißt. Doch von der ersten Folge an scheint irgendwas nicht zu stimmen. Die Idylle bekommt immer mehr Risse – auch in den nächsten Folgen geht es so weiter, während das Paar sich schnell durch die Fernseh-Jahrzehnte bewegt und immer wieder in neuen Sitcom-Formaten landet. Die neunteilige Serie mit ihrer Auflösung ist ein gelungener Auftakt zur vierten Phase. Es ist wunderbar, dass gerade diesen beiden sympathischen Nebenfiguren hier Raum gegeben wird und ihre Geschichte erzählt wird. Mit der schlussendlichen Auflösung macht die Serie auch große Lust darauf, wieder ins Marvel Universum einzutauchen. Nicht nur gibt es viele Möglichkeiten neue Figuren und Charaktere einzuführen, sondern auch die Geschichte auf andere Weise (u.a. im Serienformat) weiterzuerzählen. 

Courtesy of Marvel Studios

Elizabeth Olsen

Wie nicht anders von Marvel gewohnt, ist die Serie perfekt umgesetzt. Sie stammt aus der Hand von Jac Schaeffer (*1978), welche auch das Drehbuch zu „Black Widow“ geschrieben hat. Mit vielen Zitaten und Anspielungen erschufen die SerienmacherInnen eine perfekte Fernsehwelt – man erkennt Serien wie „Verliebt in eine Hexe“ (1964-1972), „Bezaubernde Jeannie“ (1965-1970) und „The Brady Bunch“ (1969-1974) wieder. Gerade das versierte amerikanische Publikum wird noch mehr Anspielungen verstehen. Aber auch wenn man diese Aha-Momente nicht hat, ist das Spiel mit den Jahrzehnten, Kostümen, Frisuren und Humor einfach großartig. So liebenswert die Figuren sind – wunderbar gespielt von Paul Bettany („Ritter aus Leidenschaft“ (2001), „Tintenherz“ (2008), „Legion“ (2010)) und Elizabeth Olsen („Martha Marcy May Marlene“ (2011), „Oldboy“ (2013), „Wind River“ (2017)) – ist auch die Umsetzung. Doch auch der Nebencast kann sich natürlich sehen lassen: Kathryn Hahn („The Visit“ (2015), „Bad Moms“ (2016)), Kat Dennings („Nick and Norah“ (2008), „2 Broke Girls“ (2011-2017)), Randall Park („The Interview“ (2014), „Always Be My Maybe“ (2019)), Evan Peters („Kick-Ass“ (2010), „American Horror Story“ (2011-2019)) und Teyonah Parris („Beale Street“ (2019)) spielen ihre Rollen alle wunderbar und unterstützen die Serie ebenso perfekt wie auch die musikalische Untermalung. Durch und durch ist „WandaVision“ ein gelungener Wiedereinstieg in das Marvel-Universum und macht Lust auf weitere Serienformate und die nächsten Marvel-Kinoblockbuster, welche mit „Black Widow“ mittlerweile ihren 24. Film in die Kinos bringen.

Courtesy of Marvel Studios

Kathryn Hahn

Fazit: Die vierte Phase des Marvel Cinematic Universe, auf welche sich Fans schon sehr gefreut haben, beginnt mit der neunteiligen Serie „WandaVision“ und zeigt gleich die ganze Fabulierlust, das gelungene Spiel mit Vorbildern und einen Ausblick auf die Erweiterungen, welche das Universum noch erhalten wird. Perfekt besetzt und umgesetzt macht die Serie aus der Hand von Jac Schaeffer Lust auf alle nachfolgende Projekte, seien es Serien oder großes Popcornkino, welche jetzt wieder in den Kinos zu sehen sein werden.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Miniserie „WandaVision“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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