“Chika, die Hündin im Ghetto” (2016)

Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2016

Filmkritik: Die Holocaust-Überlebende Bat-Sheva Dagan (*1925) schrieb ihre Erfahrungen in fünf Büchern nieder. Eines davon war das Kinderbuch “Chika, die Hündin im Ghetto” (OT: “Chika the dog in the ghetto”, 1993). Die Filmemacherin Sandra Schießl übersetzt diese Geschichte in ihrem gleichnamigen Kurzfilm in wunderschöne Stop-Motion-Technik.

Der kleine Mikash lebt mit seiner Familie und seinem Hund Chika im polnischen Ghetto. Nach und nach spitzt sich die Situation zu und er muss sich von seiner geliebten Hündin trennen. Alsbald taucht die Familie unter, um sich vor Deportation zu retten.

Bat-Sheva Dagan
© שרה דגן, Quelle: Wikipedia

Die Geschichte stammt von der jüdischen Auschwitz-Überlebenden Bat-Sheva Dagan, diese hat als einzige aus ihrer Familie den 2. Weltkrieg überlebt. Ihre Geschichte erzählt zwar nichts Neues, ist aber ein wichtiges Zeitzeugnis, das auch jungen Menschen dieses dunkle Kapitel der Menschheit näher bringt. Gerade in den heutigen Tagen, wo immer mehr Zeitzeugen sterben und diese wichtigen historischen Ereignisse immer mehr eher sachlich, als emotional betrachtet werden. Der Standpunkt dieser Geschichte ist persönlich und emotional. Umgesetzt wurde das Ganze von der deutschen Filmemacherin Sandra Schießl (*1971) in einem 16-minütigen Animations-Kurzfilm. Mit Liebe zum Detail und vielen schönen Ideen schafft sie eine Welt aus Zeitungen, Koffern, Holz und Wolle und findet so den richtigen Look, um die Geschichte zu bebildern. Schon in der Materialwahl wird die Bedeutung der Charaktere klar. Das ist für alle verständlich und bindet Groß und Klein an die Geschichte. Das einzige Manko an dem Stop-Motion-Film ist seine etwas anstrengende Synchronisation. Vor allem die Stimme des Nachbarkindes einfach zu unerfahren und wirkt zu jung für ihre Figur. Im Gesamten ist der Kurzfilm “Chika, die Hündin im Ghetto” ein gelungener, wertvoller Film, der alle Generationen anspricht und historisch Wichtiges erzählt.

Bewertung: 6,5/10

Der Kurzfilm zum anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

3 Gedanken zu ““Chika, die Hündin im Ghetto” (2016)

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