“Negative Space” (2017)

Kurzfilm / Frankreich / Animation / 2017

Filmkritik: Zwar konnte der französische Kurzfilm “Negative Space” nicht den Oscar für den ‘Besten animierten Kurzfilm’ gewinnen – der Sieger hieß “Dear Basketball” (2017) – aber dafür erhielt er international viel Aufmerksamkeit, die er sich auch wahrlich verdient hatte. So lief er auch auf vielen Festivals darunter auf dem 30. Filmfest Dresden und auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival.

Sam hat von seinem Vater das Kofferpacken gelernt. Dies verbindet die beiden über Jahre, auch dann noch als er sich verabschieden muss.

© IKKI FILMS / MANUEL CAM STUDIO

Der nur fünf-minütige Kurzfilm ist nach einem 150 Wörter-Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Ron Koertge (*1940) und spricht viele Menschen an, da es Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt. So auch bei den beiden Filmemachern Ru Kuwahata (geboren in Japan), welche für ihren Vater, der Pilot war, immer die Koffer packte, und Max Porter, welcher in den Ritualen zwischen Eltern und Kindern seine eigene Kindheit wiedererkannte. Zusammen machen die beiden als ‘Tiny Inventions’ seit zehn Jahren Filme und verwirklichten bisher drei Projekte (u.a. “Between Times” (2014)). Ihr vierter Film – “Negative Space” – ist eine rührende Geschichte mit einer Pointe, welche wohl jeden zum Schmunzeln bringt. Sie setzten das Gedicht in einem Stop-Motion-Film um, der mit seinen Details begeistern kann. So stammt beispielsweise die Couch aus Porters Kindheit. Die Umsetzung zeigt viel Liebe zum Detail. Diese Technik fordert von jeher eine starke Liebe ab und so konnten pro Tag nur drei Sekunden Film umgesetzt werden, so dass bis zur Realisierung des Projekts zwei Jahre vergingen. Dies geschah in enger Kooperation mit der französischen Filmförderung, da sie, nachdem die Puppen fertiggestellt waren, nach Frankreich übersiedelten und dort den Film drehten. Diese Mischung aus handwerklicher Perfektion und gefühlvoller Geschichte ergibt einen beeindruckenden Kurzfilm, der viele Preise gewinnen konnte und sich mit der Oscarnominierung über den üblichen Kurzfilmkreis hinaus Bekanntheit verschaffte. Man darf also darauf hoffen, dass ‘tiny inventions’ bald einen Langfilm gestemmt bekommt.

Fazit: Der Kurzfilm “Negative Space”, nach einem Gedicht entstanden und angereichert mit persönlichen Erinnerungen, des Gespanns Max Porter und Ru Kuwahata ist wunderbares Stop-Motion-Kino. Mit viel Herz, Humor und größtem handwerklichen Geschick wird hier eine bewegende Geschichte erzählt, welche sich die Oscar-Nominierung zu Recht verdient hat.

Bewertung: 7,5/10

Der Trailer zum Kurzfilm “Negative Space”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

4 Gedanken zu ““Negative Space” (2017)

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