„Rien ne va plus“ (2017)

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Kurzfilm / Deutschland / Spielfilm / 2017

Filmkritik: Die fleißige Filmemacherin Sophie Linnenbaum bevölkerte lange Zeit die Festivallandschaft mit einigen ihrer Kurzfilme. Im letzten Jahr lief ihr oft ausgezeichneter Kurzfilm „Pix“ (2017) gefühlt auf allen Festivals, darunter auch bei den 28. Bamberger Kurzfilmtagen 2018 und auf dem 29. Filmfest Dresden 2017. In diesem Jahr kehrte sie mit dem Kurzfilm „Rien ne va plus“ nach Bamberg zurück.

Bodo (Michael Schenk) will seinem Leben ein Ende machen, als ihn ein Werbeanruf aus einem Casino erreicht. Als Evi (Rike Eckermann), die am anderen Ende des Telefons ist, erfährt, dass Bodo gleich springen will, versucht sie, ihn davon abzuhalten. Doch just in diesem Moment wird das Casino von einem Maskierten (Michael Pink) und seinen Männern überfallen. Dieser mischt sich dann auch noch in das Telefonat zwischen Bodo und Evi ein.

Rike Eckermann

Die aus Nürnberg stammende ehemalige Psychologiestudentin Sophie Linnenbaum (*1986), ist, seit sie ihr Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf begann, mit ihren Kurzfilmen ein häufiger Gast auf vielen Festivals. Ihr Kurzfilm „Pix“ gewann viele Preise, darunter auch den deutschen Kurzfilmpreis 2017. In der laufenden Festivalrunde ist die Filmemacherin gleich mit zwei Filmen am Start: „Kugelmenschen“ und „Rien ne va plus“ (übersetzt: „Nichts geht mehr“, die klassische Ansage beim Roulette, wenn die Wetteinsatzzeit vorbei ist). In ihrem zweiten Film verwebt sie das Schicksal dreier Menschen gekonnt und überraschend miteinander. Das Drehbuch basiert lose auf einer wahren Gegebenheit und sie schrieb es zusammen mit ihrem damaligen Mitbewohner Michael Nathansky, dem Regisseur des Kurzfilms „Gabi“ (2016). Herausgekommen ist eine Geschichte voller Unerwartetem, ein wenig Übertreibung und vor allem viel Menschlichkeit. Die drei Hauptdarsteller Michael Schenk, Rike Eckermann und Michael Pink (schon bemerkenswert in „Fucking Drama“ (2017)) geben ihren Figuren trotz der Kürze der Zeit viel Tiefe, sodass hier keine Stereotypen herangezogen werden. Zudem bestechen das authentische Setting und die souveräne Machart der Inszenierung. Die Kurzfilmliebhaberin Linnenbaum zeigt auch hier wieder ihr Talent und schuf ein spannendes Drama, das nah am Leben ist, aber trotzdem die Lust am Filmemachen zeigt.

Fazit: Der 15-minütige Kurzfilm „Rien ne va plus“ von Sophie Linnenbaum ist ein spannendes Drama mit Thrillerelementen und einem hervorragenden Ensemble, das mit seiner Spielfreude und authentischen Inszenierung besticht.

Bewertung: 7,5/10

Noch bis zum 14. Mai 2023 könnt ihr „Rien ne va plus“ komplett hier anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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