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Kurzfilm / Deutschland / Animation / 2019
Filmkritik: In seinem Stop-Motion-Film „Der Tod des Filmemachers“, der auf dem 31. Filmfest Dresden 2019 im ‚Nationalen Wettbewerb‘ lief, spielt der Regisseur und Animationskünstler Cornelius Koch mit dem Medium selbst und Klischees und zeigt eine Figur, die nicht ihrem Stereotyp entsprechen möchte.
Die Puppe Fredelius erwacht ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit in einer Filmwerkstatt. Schnell wird ihr bewusst, das alles vor allem ihre Rolle als Superschurke nur inszeniert ist. Doch wie kann sie die anderen Puppen davon überzeugen, dass man aus seinen vorgeschriebenen Rollen ausbrechen kann?
„Der Tod des Filmemachers“ ist ein Stop-Motion-Film, der teilweise in einer Live-Action-Umgebung spielt. Der Regisseur, Drehbuchschreiber und Animationskünstler Cornelius Koch (*1988) schuf damit seinen Abschlussfilm. Inspiriert vom Agenten-Genre und den dazugehörigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Bösewichten und Helden schuf er die entzückende Geschichte eines Bösewichts, der ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass er nur eine Rolle spielt und aus diesem Szenario ausbrechen möchte. Untermalt wird die Geschichte durch die großartige Wahl bekannter Synchronstimmen wie Detlef Bierstedt (synchronisiert George Clooney) oder Martin Keßler (spricht u.a. Nicolas Cage und Vin Diesel). So spielt der Film selbst in seinen Film-in-Film-Szenen, aber auch hinter den Kulissen und im Studio des verstorbenen Puppenspielers. Mit Spannung, Humor und einem philosophischen Kern führt uns Koch durch seine Geschichte.
Die Realisierung benötigte drei Jahre und wurde in einem alten Mainzer Fabrikgebäude umgesetzt. Um u.a. Kosten zu sparen, verwendeten der Regisseur und sein Team das Prinzip des Upcyclings, wo Material zweckentfremdet als Kulissen für die Sets verwendet wurde. Das funktioniert wunderbar und macht zudem auch den handwerklichen Aspekt des Filmemachens deutlich. Dieser Stop-Motion-Film, der viel Liebe zum Detail zeigt, wendet sich ab von einer glatten Ästhetik und zeigt das Materielle hinter der Arbeit. Gelungen ist auch der Wechsel zwischen den Set-Kulissen für den Agentenfilm und den Live-Action-Aufnahmen des Ateliers. Diese laden zum Entdecken ein und machen definitiv gleichzeitig noch mehr neugierig auf diesen wunderbaren Zweig des Animationsfilms, den Studios wie Aardman („Rote Robin“ (2021)) perfektioniert haben, der aber u.a. auch von der Künstlerin Niki Lindroth von Bahr mit ihren Filmen wie „The Burden“ (2017) überzeugend eingesetzt wird. Koch findet für dieses Medium eine Verwendung, die gleichzeitig Geschichte und Herstellung erzählt und auf humorvolle Weise eine Story mit einem schönen Blick hinter die Kulissen kombiniert.
Fazit: Der deutsche Stop-Motion-Film „Der Tod des Filmemachers“ ist der Abschlussfilm des Animationskünstlers Cornelius Koch, der hier auf formaler wie narrativer Ebene mit dem Filmgenre spielt. Dabei beschäftigt er sich in seiner Geschichte samt guten Humor mit altbackenen Stereotypen und macht mit seiner Mixtechnik und dem Upcycling-Verfahren die starke Materialität des filmischen Schaffens bewusst.
Bewertung: 8/10
Den Kurzfilm „Der Tod des Filmemachers“ gibt es komplett online:
geschrieben von Doreen Matthei
Quellen:
- 30. Bamberger Kurzfilmtage 2020 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Spielfilm‘)
- Doreen Matthei, ‚Sieben Fragen an Cornelius Koch‘, testkammer.com, 2020
- Website des Kurzfilms „Der Tod des Filmemachers“
- Eintrag des Kurzfilms „Der Tod des Filmemachers“ auf der Website des Regisseurs Cornelius Koch
- Marie Ketzscher, ‚Das Animationsprogramm der 16. Provinziale‘, berliner-filmfestivals.de, 2019
- Simon Hensler, ‚Stop-Motion made in Mainz‘, merkurist.de, 2019
- ‚Crowdfunding-Kampagne für „Der Tod des Filmemachers“‘, spielfilm.de, 2019
- Crowdfunding-Kampagne des Kurzfilms „Der Tod des Filmemachers“

Félicitations Cornelius, je suis très impressionnée par vos talents! Je me permets d’écrire en français pour vous encourager aussi à faire une carrière internationale!!