„Cerdita“ (2018)

Kurzfilm / Spanien / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der spanische Horror-Short „Cerdita“ (ET: „Piggy“), gesehen auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival, erzählt die Geschichten eines psychopathischen Mörders und eines dicken Mädchens, was stetig gemobbt wird.

Sara (Laura Galán) leidet stark unter ihrem Gewicht. Gerade weil sie ständig von den Mädchen ihrer Schule gehänselt wird. Eines Tages geht sie schwimmen und ihr wird die Kleidung gestohlen. So muss sie ihren weiten Heimweg in der Hitze einer Sommers im schmalen Bikini antreten und außerdem scheint ein unheimlicher Typ (Paco Hidalgo) ebenfalls den gleichen Weg zu nehmen.

Der spanische Kurzfilm „Cerdita“ ist ein Horrorfilm kombiniert mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Dabei hängt der Horror, der sich vor allem im Hintergrund abspielt, eben nicht mit der Entwicklung Saras zusammen, wie es beispielsweise bei „The Boogeywoman“ der Fall ist, sondern es handelt sich dabei um eine Parallelerzählung. Die Regisseurin Carlota Martínez-Pereda schrieb ein Drehbuch, das mit allen Wasser gewaschen ist. Die Erzählung fokussiert sich dabei auf ein stark übergewichtiges Mädchen und das Publikum erlebt die Ereignisse aus ihrer Sicht. Spürbar wird ihr Schmerz und die Torturen, die sie durchstehen muss. Auf der anderen

Laura Galán

Seite blitzt immer wieder eine ganz klassische Serienmörder-Geschichte auf. Der zweite Schnittpunkt der beiden Geschichten am Ende des Films ist ein fast erlösender Höhepunkt und wunderbar inszeniert. Im Allgemeinen ist die Inszenierung sehr gut, denn sie braucht nicht viele Worte, um die Geschichte zu erzählen und die Spannung stets oben zu halten. Zudem überzeugen die SchauspielerInnen, u.a. ist Paco Hidalgo als mordender Hinterwälder wirklich unheimlich und Laura Galán als Sara macht den Schmerz vieler junger Menschen greifbar. So ist der nur 14-minütige Horror Short starkes, bewegendes Kino mit enormer Spannung.

Fazit: Die Regisseurin und Drehbuchschreiberin Carlota Martínez-Pereda schuf mit ihrem Kurzfilm „Cerdita“ eine gelungene Mischung aus Spannung, Horror und Coming-of-Age-Geschichte. Dabei überzeugt die dichte Inszenierung genauso wie die Ausgestaltung. Die Regisseurin weiß gekonnt alle Register zu ziehen, so dass ein perfekter Horror-Kurzfilm gelungen ist.   

Bewertung: 8/10

Der Kurzfilm „Cerdita“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • 20. Landshuter Kurzfilmfestival 2019 – Katalog (Programm ‚Nationaler Wettbewerb‘)
  • Eintrag des Kurzfilms „Cerdita“ beim Festival Kontrast Filmfest
  • Eintrag des Kurzfilms „Cerdita“ beim Festival Internacional de Cine en Guadalajara

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