„It’s All the Salt’s Fault“ (2020)

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Kurzfilm / Kolumbien / Animation / 2020

Filmkritik: Die kolumbianische Filmemacherin María Cristina Pérez erzählt in ihrem Kurzfilm „It’s All the Salt’s Fault“ (OT: „Todo es culpa de la sal“), der auf dem 63. DOK Leipzig seine Deutschlandpremiere feierte, in 2D-Animationen und mit Faultieren eine Familiengeschichte.

Ein Frau erinnert sich an ihre Kindheit: Zusammen mit den Geschwistern, Mutter und Vater lebt sie ein normales Leben, bis der Vater sich immer weiter distanziert. Eine gewisse Traurigkeit gehört nun zum Alltag dazu.

In ihrem zehnminütigen Kurzfilm erzählt die aus Kolumbien stammende Filmemacherin María Cristina Pérez nicht nur ihre Geschichte, sondern ein Konglomerat aus vielen Familiengeschichten, welche geprägt sind von Alltäglichkeiten wie Urlaub, Zusammenhalt und auch mal Scham wegen den eigenen Eltern. Aus dem Blick zurück heraus bekommt die Erzählung eine Schwermut verliehen. Mit einem traurigen, nun mehr wissenden Standpunkt erzählt eine Frau von ihrer Kindheit anhand von Fotos und Erinnerungen. So ist der Animationsfilm mit seinen farbigen 2D-Zeichnungen auch aufgebaut. Die Filmbilder sind als Fotos oder kurze Erinnerungsschnipsel in Bewegung gestaltet. Dabei wählt sie an Stelle von Menschen Faultiere als Protagonisten. Deren Verhalten ist absolut menschlich, aber durch die tierische Entfremdung wird die Geschichte weggeführt von irgendeiner Art von Sentimentalität. So ist „It’s All the Salt’s Fault“ wie Erinnerungen an die Familie. Jede ZuschauerIn kann sich in dem einen oder anderen Element wiedererkennen und so verfolgt man die Geschichte mit viel Gefühl und die melancholische Stimmung überträgt sich ganz automatisch.

Fazit: Der Animationsfilm „It’s All the Salt’s Fault“ von María Cristina Pérez erzählt eine Familiengeschichte, bestehend aus den Erinnerungen vieler Menschen. Daraus setzt sich ein Film zusammen, der mit Melancholie und in fragmentarischer Weise mit Erinnerungen und Fotos von einer scheinbar alltäglichen Familienbande berichtet, in der sich immer mehr Risse abzeichnen.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „It’s All the Salt’s Fault“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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