„Follower“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Follower“ aus der Hand von Jonathan Benedict Behr, der bereits auf der 5. Genrenale mit seinem Kurzfilm „Fremde“ überzeugen konnte, beweist, dass man es schaffen kann, einen ganzen Film nur auf einer Smartphone-Oberfläche spielen zu lassen und dabei eine klassische Home-Invasion-Geschichte zu erzählen.

Clara (Kristin Kumria) verdient sich mal wieder etwas Zubrot als Babysitterin. Als der Kleine im Bett ist, langweilt sie sich und schreibt nicht nur mit ihrem Schatz Patrick (Leon Amadeus Singer) hin und her, sondern postet auch ein paar Bilder auf Instagram mitsamt ihrem Aufenthaltsort. Als sie Nachrichten von einem unbekannten, neuen Follower erhält, denkt sie sich noch nicht viel dabei, erst als dieser nicht locker lässt, wird ihr etwas mulmig zu mute.

Kristin Kumria Leon

In seinem zweiten Kurzfilm erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Benedict Behr (1989), der zusammen mit Simon Schulz den Film entwickelt hat, eine klassische Home-Invasion-Geschichte auf ungewöhnliche Art. Nachdem bereits Erik Schmitt mit seinem Kurzfilm „Santa Maria“ einen für Smartphone-Nutzer konzipierten Film vorgestellt hat und im letzten Jahr mit „Die Verbindung“ lief ein Film auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival, der nur über FaceTime spielt, liefert Behr einen noch konsequenteren Beitrag. Sein Film wurde nicht nur mit dem Handy aufgenommen, sondern verlässt sich dabei nicht nur auf die wörtliche Kommunikation, sondern bezieht alle klassischen Kommunikationsebenen, vor allem Whatsapp mit seiner ganz eigenen Sprache, mit ein. Zudem fängt der Film gut ein, wie man sich mit einem Smartphone die Zeit gut totschlagen kann. So stehen Instagram und Textnachrichten im Vordergrund der Geschichte und der Zuschauer ist zum großen Teil einfach nur Mitleser. Doch das funktioniert hervorragend. Mit seiner realistischen, leichtfüßigen Kommunikationsart, dem raschen Tempozuwachs und der gut inszenierten Gefahr von außen wird der Zuschauer schnell in die Geschichte hineingezogen. So schafft es der Film ganz ohne gängige Filmaufnahmen Spannung zu transportieren und lässt das klassische Genre der Home Invasion mal ganz anders aussehen. Unterstützt wird das Ganze von dem guten Spiel der Hauptdarstellerin Kristin Kumria und dem natürlichen Umgang mit den Medien. Zwar könnte man hier auch einen kritischen Unterton reininterpretieren, wie in heutiger Zeit miteinander kommuniziert wird und über den laxen Umgang mit unseren Daten. Doch dies kann man auch getrost ignorieren und einfach diesen außergewöhnlichen, unterhaltsamen Kurzfilm mit viel Spannung und einem gewissen Augenzwinkern genießen.

Fazit: Der Smartphone-Thriller „Follower“ von Jonathan Benedict Behr bietet alles, was man von einem guten Home-Invasion-Film erwartet. Darüber hinaus wählt er eine ungewöhnliche Inszenierungsart. Verspielt, realitätsnah und vor allem unterhaltsam schafft er es im Nu, Spannung aufzubauen und mit seiner ungewöhnlichen Machart sehr gut zu unterhalten.  

Bewertung: 7,5/10

Trailer des Kurzfilms „Follower“

Geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu “„Follower“ (2018)

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