„Fauve“ (2018)

Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2018

Filmkritik: Der kanadische Kurzfilm „Fauve“ war auf vielen Festivals zu Gast (u.a. in Dresden und Regensburg) und war einer der Oscar-Nominierten für den ‚Besten Kurzfilm‘ auf der 91. Oscarverleihung 2019, der aber schlussendlich an „Skin“ von Guy Nattiv ging. Beide Filme haben gemein, dass junge Protagonisten im Vordergrund stehen, aber Jérémy Comte erzählt mit „Fauve“ eine andere Kindheitsgeschichte. 

Zwei Jungs (Alexandre Perreault und Félix Grenier) spielen an verlassenen Orten wie abgestellten Zügen und in einer Mine. Doch aus dem Spiel wird auf einmal Ernst, als sich einer der beiden nicht aus dem Schlamm befreien kann.    

Der kanadische Kurzfilm „Fauve“ von Jérémy Comte hat eine beeindruckende Festivalrunde hingelegt. Er lief nicht nur auf dem 31. Filmfest Dresden, sondern schaffte es auch bis zu den Oscars, wo er 2019 als ‚Bester Kurzfilm‘ nominiert wurde. Der 16-minütige Kurz-Spielfilm fängt als scheinbar unverfängliches Portrait zweier spielender Jungs an, die ihre Umgebung auf typische Art erkunden. Doch das Spielen wird bald zum Ernst und ab diesem Punkt steigert der Film seine Spannung atemberaubend schnell und konfrontiert den Zuschauer gleichzeitig mit moralischen Fragen. Auch kommt man als Zuschauer nicht umhin, sich die Frage nach den Konsequenzen zustellen. Wunderbar verkörpert wird die Geschichte von den beiden Jungdarstellern Alexandre Perreault und Félix Grenier. Comte wählt zudem ein authentisches Setting, das mit seiner Abgeschiedenheit den perfekten Rahmen liefert. Im Gesamten ist „Fauve“ ein aufwühlender Film, der überrascht und unter die Haut geht.

Fazit: „Fauve“ ist der 16-minütige Kurzfilm von Jérémy Comte, der es bis zu den 91. Oscars geschafft hat. Kein Wunder bietet er doch die perfekte Mischung aus Unterhaltung, Spannung, Moral und Authentizität und überzeugt so von dem inszenatorischen Geschick des Regisseurs, von dem man gerne mehr sehen möchte.

Bewertung: 7,5/10

Hier gibt es den Kurzfilm „Fauve“ komplett online zu sehen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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