„Don’t Look Up“ (2021)

Filmkritik: Die Satire „Don’t Look Up“ (OT: „Don’t Look Up“, USA, 2021) stammt aus der Hand von Adam McKay, der sich in seinen Filmen immer wieder mit gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzt, diese gut verpackt und damit den Zuschauer:innen einen Spiegel vorhält. Bei seinem neuesten Film handelt es sich um eine klare Analogie auf die Klimakrise und dieses Mal verzichtet er auf Subtilität.

Die beiden AstronomInnen Kate Dibiasky (Jennifer Lawrence) und Dr. Randall Mindy (Leonardo DiCaprio) entdecken einen Meteoroiden, der direkt auf die Erde zusteuert und diese vernichten wird. Doch seltsamerweise will das niemand hören. Seien es die Präsidentin Janie Orlean (Meryl Streep), ihr Sohn und Stabschef Jason (Jonah Hill) oder die gesamte amerikanische Bevölkerung selber. Während die WissenschaftlerInnen u.a. in der Talkshow von Brie Evantee (Cate Blanchett) und Jack Bremmer (Tyler Perry) dafür werben, die Augen nicht zu verschließen, wird von der Präsidentin das Motto ‚Don’t Look Up‘ ins Leben gerufen. 

NIKO TAVERNISE/NETFLIX

Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence

Der Regisseur und Drehbuchschreiber Adam McKay (*1968) hat uns mit Filmen wie „The Big Short“ (2015) Finanzthemen näher gebracht und mit „Vice – Der zweite Mann“ (2018) einen ganz eigenen Einblick in die amerikanische Geschichte gegeben. In seinem nunmehr achten Spielfilm „Don’t Look Up“, der auf Netflix erschienen ist, beschäftigt er sich ganz offensichtlich mit der Klimakrise und wie speziell in Amerika damit umgegangen wird. Das Ganze verpackt er als bissige Satire, die etwas zu lang geraten ist und hier und da mal über das Ziel hinaus schießt. Trotzdem bringt er das Thema auf den Punkt. Er zeigt auf, an welchen Stellen es überall hängt und wie Gesellschaft und Politik zusammen dieses Problem – hier in Form eines Meteoroiden – ignorieren. Die Anspielungen, von denen es in dem Film wimmelt, sind leicht zu erkennen. Sei es nun die Präsidentin, die an den ehemaligen Präsidenten Donald Trump erinnert, oder die Fernsehshow, die sich wie Fox News anfühlt. So ist in dem Film alles offensichtlich und überzogen, aber trotzdem wunderbare Unterhaltung mit einem wahren Kern, der aber vermutlich nur die erreicht, die sich dessen eh schon bewusst sind.

NIKO TAVERNISE/NETFLIX

Cate Blanchett und Tyler Perry

Umgesetzt ist das Ganze natürlich tadellos. So besticht u.a. die Mischung aus Songs und dem Score des Komponisten Nicholas Britell, der dafür auch für einen Oscar nominiert wurde. Auch optisch gibt es nichts zu meckern. Die Besetzung ist wie man es von den bisherigen Filmen McKays kennt hochkarätig. Die Dasteller:innen spielen ihre Rollen stellenweise bis zur Parodie. Man denke da an Meryl Streep („Kramer gegen Kramer“ (1979), „Prom“ (2020), „Die Verlegerin“ (2018)) als Präsidentin und Jonah Hill („21 Jump Street“ (2012), „The Wolf of Wall Street“ (2013)) als ihren Stabschef und Sohn. Auch Mark Rylance als verrückter Wissenschaftler ist komplett überzeichnet. Besser gelungen ist die Besetzung der Hauptrollen mit Jennifer Lawrence („Mother!“ (2017), „Red Sparrow“ (2018)) und Leonardo DiCaprio („Titanic“ (1997), „Departed – Unter Feinden“ (2006), „Once Upon a Time in Hollywood“ (2019)) sowie Cate Blanchett („Ocean’s 8“ (2018), „Bernadette“ (2019), „Nightmare Alley“ (2021)) in einer großartigen Nebenrolle. Manche Figuren bringen den richtigen Biss rein, wie Paul Guilfoyle („CSI: Den Tätern auf der Spur“ (2000-2015)), andere dagegen waren komplett unnötig, wie die Rolle des Timothee Chalamet („Call Me by Your Name“ (2018) „Dune“ (2021)). So ist der Film handwerklich stimmig umgesetzt, konnte insgesamt vier Oscar-Nominierungen erhaschen (aber keinen Gewinn) und überzeugt als überdrehte Satire, die nicht mit Subtilität glänzt, sondern mit dem Holzhammer arbeitet.

NIKO TAVERNISE/NETFLIX

Meryl Streep

Fazit: „Don’t Look Up“ ist ein Satire, die hier und da zu offensichtlich ist und es arg überspitzt, aber so auf sympathische Weise für ihr Thema – die Klimakrise – Stellung bezieht. Adam McKay hält darin der Gesellschaft und der Politik den Spiegel vor und ist ein unterhaltsames Plädoyer für Veränderung, bevor es zu spät ist.

Bewertung: 7/10

Kinostart: 9. Dezember 2021 / DVD-Start: –

Trailer zum Film „Don’t Look Up“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.