„Central Park“ (Staffel 1, 2020)

Serienkritik: In Amerika feierte die schräge Animationsserie „Bob’s Burgers“ von Loren Bouchard große Erfolge, schaffte aber nie so richtig den Sprung nach Deutschland. Sein neuestes Serienprojekt, das er zusammen mit der Produzentin Nora Smith und dem Schauspieler Josh Gad ins Leben rief, ist die familientaugliche Serie „Central Park“. Diese kann man nun auf Apple TV+ sehen und macht als Musical-Serie einen Riesenfreude.

Der Barde Birdie (Josh Gad) erzählt den Zuschauer:innen die Geschichte von Owen Tillerman (Leslie Odom Jr.), welcher als Parkmanager des Central Parks in New York immer viel zu tun hat. Vor allem seitdem Bitsy Brandenham (Stanley Tucci) und ihre Angestellte Helen (Daveed Diggs) es auf den Park abgesehen haben. Owens Frau Paige (Kathryn Hahn) ist Reporterin bei einem kleinen Magazin und stößt bald auf dunkle Machenschaften bei Bitsy. Währenddessen haben die beiden Kinder Molly (Kristen Bell) und Cole (Tituss Burgess) ihre eigenen Probleme: Molly ist zum ersten Mal verliebt und weiß nicht wie sie den Jungen ansprechen soll und Cole will unbedingt mehr Zeit mit Bitsys Hund verbringen.

Die amerikanische Animationsserie „Central Park“ aus der Hand von Loren Bouchard, Nora Smith und Josh Gad besteht aus zehn Folgen mit je circa 25 Minuten Länge. Lose werden diese von Bitsys bösen Plänen als roter Faden zusammengehalten, erzählen aber jeweils von kleinen Begebenheiten aus dem Leben der Tillermans und treffen dabei immer den richtigen Ton. Hier reihen sich skurrile Begebenheiten und Alltägliches aneinander und finden so die richtige Mischung für eine familiengerechte Unterhaltung. So wird auf die Intrigen ebenso Augenmerk gelegt, wie auf den Zusammenhalt der Familie und die Coming-of-Age-Geschichten der Kinder. Abgerundet wird es von dem begleitenden Kommentar des Barden, der sich sowohl direkt an uns richtet, aber auch eine Verbindung zur Familie selbst besitzt. Natürlich werden zusätzlich zu den kleinen Geschichten der Familie auch große Themen wie Umweltschutz, der Umgang des Menschen mit der Natur sowie Stadtentwicklung eingebaut, aber nie so, dass die Serie zu schwer wird, sondern diese Themen auf amüsanter Weise aufgreift und zielsicher seine Kritik platziert.

Hinzu kommt die gelungene Umsetzung. Die 2D-Animationen und das gesamte Figurenensemble erinnern dabei stark an die Serie „Bob’s Burgers“ (seit 2011), welche u.a. auf Disney+ angeschaut werden kann. Doch schnell hat man sich an den Stil, der nicht wirklich schön ist, gewöhnt, erkennt die Stärken darin und wie dieser die Figuren zum Leben erweckt. Hinzu kommt die grandiose Synchronisation. Dafür empfiehlt sich die Serie im Originalton zu sehen, denn hier sind Größen wie Leslie Odom Jr. („Hamilton“ (2020)), Kathryn Hahn („Wanda Vision“ (2021)), Tituss Burgess („Unbreakable Kimmy Schmidt“ (2015-2019)), Kristen Bell („Veronica Mars“ (2004-2007)) und Josh Gad („Jobs“ (2013)) selbst versammelt. Wie schon bei „Bob’s Burgers“ werden auch hier ein paar weibliche Figuren von Männern eingesprochen – so werden Bitsy und Helen von Stanley Tucci („Der Teufel trägt Prada“ (2006), „Kindeswohl“ (2017)) und Daveed Diggs („Hamilton“ (2020), „Wunder“ (2017)) vertont. Desweiteren gibt es gelungene Gastauftritte u.a. von Andrew Rannells („The Prom“ (2020)). Im Gesamten wurden hier viele talentierte Sänger:innen vereint, welche die grandiosen Songs perfekt intonieren. Die Songs, jede Folge besitzt meist vier originelle, mitreißende Songs, in diversen Stilen, schmiegen sich wunderbar an die Geschichte an, bereiten viel Freude und bleiben noch tagelang im Ohr. Die meisten stammen von Elyssa Samsel und Kate Anderson, aber auch von Gastautoren wie Cyndi Lauper, Fiona Apple, und Darren Criss („Glee“ (2010-2015), „The Assassination of Gianni Versace“ (2018)). So vereint „Central Park“ perfekt komödiantische Unterhaltung mit starken Musicalnummern, Alltägliches mit Skurrilem und macht neugierig darauf, wie sich die Serie in der zweiten Staffel weiter entwickeln wird.

Fazit: „Central Park“ ist eine zehn Folgen umfassende Animationsserie, welche Comedy wunderbar mit dem Musicalgenre vereint. Dabei ist die Geschichte über diese liebenswerte Familie genauso gelungen, wie die vielen originellen Songs, welche nach jeder Folge noch nachklingen. Durch und durch ist den Serienmacher:innen eine großartige Serie gelungen, so dass man sich freut, dass sie mit einer zweiten Staffel fortgesetzt wurde.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Central Park“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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