“Nur wir drei gemeinsam” (2015)

© NFP marketing & distribution*

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Filmkritik: Der Stand-Up-Comedian Kheiron (bürgerlicher Name: Nouchi Tabib) erzählt in seinem Spielfilmdebüt “Nur wir drei gemeinsam” (Originaltitel: “Nous trois ou rien”, Frankreich, 2015) die Geschichte seiner Eltern und schafft es dabei erfrischend leicht, den richtigen Ton zu treffen.

Hibat (Kheiron) und seine Frau Fereshteh (Leïla Bekhti) kämpfen Anfang der 70er-Jahre in Teheran (Iran) erst gegen das Schah-Regime und kurz darauf gegen den Ayatollah Khomeini. Irgendwann bleibt ihnen nur noch die Flucht. Diese abenteuerliche und gefährliche Reise mit ihrem einjährigen Sohn Nouchi bringt das Ehepaar schlussendlich in die Pariser Banlieues, wo sie erkennen, dass hier zwar auch noch nicht jeder Kampf ausgefochten ist, aber dass Frankreich ein neues Zuhause für sie sein könnte.

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“Accidents, Blunders and Calamities” (2015)

Kurzfilm / Neuseeland / Animation / 2015

© Media Design School

© Media Design School

Filmkritik: Der neuseeländische Kurzfilm “Accidents, Blunders and Calamities” (übersetzt: Unfälle, Fehltritte und Unglücke) erzählt in einem besonderen Alphabet von der größten Gefahr für alle Tiere: dem Menschen. Als Gute-Nacht-Geschichte einer Opossum-Familie dargeboten, zeigt es die tödliche Unachtsamkeit und prangert mit viel morbidem Humor die menschliche Nachlässigkeit gegenüber der Natur an. James Cunningham (*1973), Regisseur, Cutter und Drehbuchschreiber in einem, verwendet dafür optisch eine Mischung aus Spiel- und Animationsfilm und erzählt in gereimter Form (vorgetragen von einer sehr angenehmen, typischen Märchen-Erzählerstimme: Phillip Greeves) von den mannigfaltigen und teilweise sehr kreativen Todesarten, welche die Tiere ereilen können. Dabei gelingt die Mischung aus morbidem Humor und moralischer Botschaft. Aber vor allem der erheiternde Teil bleibt dem Zuschauer wohl im Gedächtnis. So ist “Accidents, Blunders and Calamities” ein schwarzhumoriger, amüsanter Beitrag in der Kurzfilmlandschaft.

Bewertung: 7/10

Der komplette Kurzfilm (engl.):

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: 28. Filmfest Dresden – Festival Katalog

“Everybody wants some!!” (2016)

 © Constantin Film Verleih

© Constantin Film Verleih

Filmkritik: Der Regisseur und Drehbuchschreiber Richard Linklater (*1960) versteht sich darauf, die Stimmung und das Kolorit vergangener Zeit und vor allem auch die zeitlichen Entwicklungen einzufangen. Bewiesen hat er das besonders mit Filmen wie “Boyhood” (2014) und der Before-Reihe (“Before Sunrise” (1995), “Before Sunset” (2004) und “Before Midnight” (2014)). Auch bei seinem neuesten Film – “Everybody wants some!!” (OT: “Everybody wants some!!”, US, 2016) – schafft er es wunderbar, die jüngere Vegangenheit auferstehen zu lassen, vergisst dabei aber, dass Filme durch eine gute Geschichte lebendig werden.

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“Outside the Box” (2015)

 © Wild Bunch Germany

© Wild Bunch Germany

Filmkritik: Es ist schön zu sehen, dass es deutsche Genrefilme mittlerweile öfter auf die hiesigen Kinoleinwände schaffen. Zudem ist der Film “Outside the Box” (Deutschland, 2015) auch noch ein Fernsehspiel, welches diesen Sprung geschafft hat. Der Film bietet eine satirische Mischung aus Komödie, Gesellschaftskritik und Action. Dabei macht er schon einiges richtig und zeigt das Potential, das im deutschen Genrefilm steckt.

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„L’Ours Noir“ (2015)

Kurzfilm / Belgien/ Frankreich/ Fiktion / 2015

Standbild aus "The Black Bear"

Standbild aus „The Black Bear“

Filmkritik: Der Kurzfilm „L’Ours Noir“ (ET: „The Black Bear“) von Xavier Séron bietet eine schräge Mischung aus Humor und Splatter. So gehörte er zu den wenigen Genrefilmen, die man auf dem Filmfest Dresden zu sehen bekam. In seinem vierten Kurzfilm erzählt Séron von einer Wandergruppe, die sich nicht an die Vorschriften hält, um den Kontakt zu einem Schwarzbären zu vermeiden. So wird der Bär ihr Verfolger und immer wieder reagieren sie nicht nach Lehrbuch. Trotz oder auch gerade wegen der vielen Blutfontänen ist der Film eindeutig dem humoristischen Genre zuzuordnen (Fun-Splatter). Die Komik entsteht vor allem durch das Auftreten des Bären und den Off-Kommentar, der aus dem Regelwerk zitiert und mit den Personen interagiert. „L’Ours Noir“ ist vermutlich kein Film für jedermann, aber durchaus unterhaltsam und bleibt im Gedächtnis.

Bewertung: 7/10

Der Trailer zum Kurzfilm „L’Ours Noir“:

Den Kurzfilm „L’Ours Noir“ gibt es als VOD bei Vimeo für kleines Geld anzuschauen.

geschrieben von Doreen Matthei

“Ein Mann namens Ove” (2015)

© Concorde Filmverleih GmbH

© Concorde Filmverleih GmbH

Filmkritik: Wieder einmal erscheint auf der Kinoleinwand die Adaption eines Weltbestsellers. Der Debütroman “Ein Mann namens Ove” (2014) von Frederik Backman hielt sich in Schweden mehrere Wochen auf Platz 1, wurde in 25 Sprachen übersetzt und in 30 Ländern verkauft. Trotzdem haben hier in Deutschland bestimmt nur wenige das Buch gelesen. Die Verfilmung,  “Ein Mann namens Ove” (OT: “En man som heter Ove”, Schweden, 2015), könnte dem Roman eine neue, verdiente Aufmerksamkeit schenken, da der Film wie auch schon das Buch eine überaus gelungene Mischung aus Drama und Komödie ist.


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“Sex & Crime” (2015)

Sex and CrimeFilmkritik: Genrefilme haben es in Deutschland nicht leicht. Eine schwarze Komödie à la “Very Bad Things” (1998) auf deutschem Boden verwirklicht und ins Kino zu bekommen, stellt die Filmemacher garantiert vor viele Probleme. Der Film “Sex & Crime” (DE, 2015) hat es vor allem wegen seiner bekannten Besetzung nun geschafft und kann dabei gute, wenn auch etwas überdrehte Unterhaltung liefern.

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„Krampus“ (2015)

© Universal Pictures International France

© Universal Pictures International France

Filmkritik: Die Figur des Krampus ist ein uralter Mythos, dessen Wurzeln in Europa liegen. Es wird angenommen, dass er das Gegenwicht zum Weihnachtsmann darstellt. Es gibt eine lange europäische Tradition Weihnachtskarten mit Krampusmotiven zu verschicken. Dieser Anti-Weihnachtsmann fügt dem Weihnachtsfest eine witzige, boshafte Seite hinzu. Der Mythos ist in Amerika völlig unbekannt, so dass in dem jetzt gestarteten Film „Krampus“ (OT: „Krampus“, US, 2015) nur die deutsche Oma ahnt, was auf die Familie Engel zukommt.

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„Bruder vor Luder“ (2015)

© 2015 Constantin Film Verleih GmbH

© 2015 Constantin Film Verleih GmbH

Filmkritik: Jede Generation wächst mit unterschiedlichen Medien und Formaten heran. Sei es die Bravo, spezielle Fernsehsendungen, 90er-Jahre-Boygroups oder später dann Tokio Hotel. Meistens haben die Erwachsenen keinen Draht dazu, was oft auch den Reiz ausmacht. Die heutige Jugend (zwischen 11 und 16 Jahren) liebt YouTube und seine Stars. So ist es nicht verwunderlich, dass auf Kartoffelsalat“ (2015), der fast ausschließlich mit YouTube-Stars bevölkert war, nun der nächste so geartete Film folgt. DieLochis, die einen der erfolgreichsten deutschsprachigen Kanäle auf YouTube unterhalten, wagen sich mit „Bruder vor Luder“ (DE, 2015) auf die Kinoleinwand.

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„Im Rausch der Sterne“ (2015)

© wildbunch

© wildbunch

Filmkritik: Food Porn Filme, bei denen das Essen und dessen Zubereitung eine zentrale Rolle einnehmen, besitzen zwar eine lange und internationale Tradition, finden aber nur bei bestimmten Zielgruppen Anklang. Dabei hat sogar einer dieser Filme – „Babettes Fest“ (1987) – einen Oscar gewonnen. Zumindest manche Filme wie „Chocolat“ (2000) und „Julie und Julia“ (2009) fanden in weiten Kreisen aufgrund ihrer berühmten und guten Darsteller Beachtung. In dem letzten Jahr kamen mit Filmen wie „Madame Mallory und der Duft von Curry“ (2014), „Kiss the Cook“ (2014) und dem nun startenden „Im Rausch der Sterne“ (Originaltitel: „Burnt“, US, 2015) eine größere Anzahl Filme dieses Subgenres auf den Markt.

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