“Portal” (PS3, 2007)

PortalSpielekritik: Das 2007 von den “Half-Life”-Machern, der Valve Corporation, entwickelte Spiel “Portal” war anfänglich eine Art Nebenprodukt der Half-Life-Reihe und nur erhältlich in der “Orange Box” mit Half-Life 2 zusammen. Doch das kurze Spiel fand weltweit Anerkennung. Es erhielt Preise (darunter “Spiel des Jahres 2008”), und das Museum of Modern Art (NY) erwarb es als eines von 14 Computerspielen für seine Design-Dauerausstellung. Es handelt von dem weiblichen Versuchsobjekt Chell, das im Aperture Science Enrichment Center in 19 Testkammern Rätsel mit Hilfe einer Portalkanone (Funktionsweise: siehe Abb.) lösen muss. Dabei wird ihr als Ziel ein Kuchen versprochen, doch mit der Zeit kommt Skepsis auf, ob sie diesen bekommen wird.

„Portal physics“. Über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Portal_physics.svg#/media/File:Portal_physics.svg

By User:Dammit [CC BY-SA 2.5 nl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/nl/deed.en ) ] , via Wikimedia Commons

Seinen Erfolg verdankt “Portal” einerseits seinen ausgefallenen Rätseln mit der trickreichen Idee der Portalkanone, anderseits seinem Humor. Mit der Gegenspieler-KI GLaDOS wurde ein amüsanter, schwarzhumoriger Charakter geschaffen, der die Level mit seinem Off-Kommentar auflockert. Besonders großartig waren die kleinen Geschütztürme, die Mitgefühl hatten, auch wenn der Spieler sie zerstörte. Die Level sind eher schlicht gehalten und gewinnen ihre Spannung allein durch die Rätsel. Das Spiel ist im Gesamten sehr kurz, doch darin liegt gerade seine Stärke. Es vermeidet es, das Spielprinzip unnötig auszudehnen, sondern führt  die Spieler kurz und knackig und vor allem amüsant durch das Geschehen.

Bewertung: 8/10

Quelle: Wikipedia

“Taxi” von Karen Duve (2008)

TaxiBuchkritik: 2008 erschien der Roman “Taxi” der deutschen Schriftstellerin Karen Duve (*1961). Er erzählt von der jungen Taxifahrerin Alexandra Herwig, die aus einer Laune heraus 1984 in Hamburg anfängt Taxi zu fahren. Anfänglich berauscht von der Nacht, dem Geld und der Freiheit entwickelt die Figur immer mehr Depressionen und Widerstand gegen diese Arbeit. Man verfolgt das Schicksal der Heldin über sechs Jahre lang und ist dabei, wenn sie Höhen und Tiefen erlebt oder Schwierigkeiten in der Liebe hat. Duve, die selbst 13 Jahre lang Taxifahrerin in Hamburg war, hat bereits vor ihrem Debütroman “Regenroman” (1999) ein 800-seitiges Manuskript verfasst, das vom Taxifahren handelt. Der nun verlegte ca. 300-seitige Roman “Taxi” bietet vieles, was man von einem guten Roman erwartet: Eine außergewöhnliche Heldin, interessante Nebenfiguren, eine unorthodoxe Liebesgeschichte und einen Einblick in eine eher unbekannte Welt. Gespickt ist das alles mit gutem Humor und  ansprechenden (Lebens-)Weisheiten. Die Entwicklung, welche die Geschichte zeichnet, lässt nie an Spannung nach. Sie verändert Stück für Stück die Tonlage und entwirft so ein treffsicheres Gesellschaftsporträt, was die Gefühle vieler Platzsuchender der damaligen und der heutigen Zeit trifft. Die veränderte Stimmung ist aber auch das Manko des Buches: Nicht jeder mag sich mit dem Wechsel vom beschwingten zum gedrückten Ton anfreunden. Doch im Gesamten verdient dieses Buch eine definitve Empfehlung.

Bewertung: 4/5

Quellen:

“Magic Mike XXL” (“Magic Mike 2”, US, 2015)

© 2015 Warner Bros Ent.

© 2015 Warner Bros Ent.

Filmkritik: Nachdem “Magic Mike” 2012 Furore gemacht hat (zumindest beim weiblichen Publikum), war eine Fortsetzung mehr als nur lukrativ. Während sich viele Zuschauerinnen beim ersten Teil auf die nackte Haut und die atemberaubenden Tanzszenen von Channing Tatum alias Magic Mike konzentrierten, konnten dem einen oder anderen Zuschauer auch die aufdringlich inszenierte Gesellschaftskritik und die stereotype Entwicklung der Figuren auffallen. Im nun in den Kinos erschienenen zweiten Teil wurden diese Aspekte heruntergefahren und mehr Wert auf Spaß, Tanz, Schauwerte und skurrile Charakterzeichnungen gelegt. Die Story dabei ist schnell grob umrissen: Drei Jahre nach Mikes Ausstieg steht die ehemalige Truppe vor dem endgültigen Aus. Sie beschließen, noch einmal einen phänomenalen Auftritt auf der Stripper Convention in Myrtle Beach hinzulegen. Mike schließt sich spontan an. Und schon geht es auf einen wilden Roadtrip, auf dem sie viel erleben, alte Bekannte treffen und neue Bekanntschaften schließen und ein bisschen zu sich selbst finden. Die Fortsetzung hatte offensichtlich ein anderes Ziel als sein Vorgänger. Ging es im ersten Film noch um Kritik und Moral, hat dieser sich ganz dem Spaß verschrieben. Er ist definitiv für ein weibliches Publikum gemacht, das einfach nur abschalten und sich gut unterhalten lassen will. Die ausgebauten Charaktere mit ihren schrulligen Interessen und weichen Seiten bieten eine Menge Spaß. Auch nackte Haut und beeindruckende Tänze werden wieder geboten. “Magic Mike XXL” ist wahrlich kein intelligentes Arthouse-Kino, aber das möchte er auch nicht sein. Das ist auch ab und zu mal erlaubt und gut so.


Bewertung: 6/10

„Horns“ (2013)

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Filmkritik: Als Regisseur lieferte uns Alexandre Aja (*1978), der auch als Drehbuchschreiber und Produzent agiert, bereits das sehr gute Remake “The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen” (2006) sowie amüsant trashige Filme wie “Piranha 3D” (2010). Mit “Horns” kam nun sein neuestes Regiewerk in die deutschen Kinos. Dieser Film entstand nach dem Roman “Teufelszeug” (2010) von Joe Hill, einem Sohn von Stephen King. Er erzählt die Geschichte von Ig (Daniel Radcliffe), der seine Freundin Merrin (Juno Temple) umgebracht haben soll. Bis auf seinen Anwalt Lee (Max Minghella) glaubt keiner an seine Unschuld, alle verteufeln ihn. Eines Morgens wacht Ig mit Hörnern auf und hat auf einmal die Macht, von den Menschen, die in seiner Umgebung sind, zu erfahren, welche bösen Gedanken sie hegen. Er kann sie sogar dazu animieren diese auszuführen. So geht Ig nun selbstständig auf die Suche nach dem Mörder seiner Freundin. Aja und seinem Team ist die Umsetzung des Stoffes hervorragend gelungen. Der Film kann die Spannung uneingeschränkt aufrecht halten und schafft es zusätzlich die Menschen emotional zu binden. Dabei passen sich sogar die Locations (es wurde in Kanada gedreht) und die Farben der Bilder an. Die Filmaufnahmen und die Kameraarbeit sind treffsicher und explizit. Abgerundet wird das gelungene Filmerlebnis von einem fantastischen Soundtrack und wirklich gut spielenden Darstellern, allen voran Daniel Radcliffe, der sich mit dieser Rolle hoffentlich ein Stück von seiner ständigen Harry-Potter-Assoziation entfernen kann.

Bewertung: 9/10

„Es ist kompliziert…!“ (2015 )

© StudioCanal

© StudioCanal

Filmkritik: Den englischen Schauspieler Simon Pegg (*14.2.1970) sah man bisher selten in romantischen Komödien. Dass er Witz besitzt und versprüht, konnte man bereits hervorragend in der Cornetto-Trilogie (2004: „Shaun of the Dead“, 2007: „Hot Fuzz“ und 2013: „The World’s End“) bewundern. Auch mauserte er sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem beliebten Darsteller für Blockbuster-Reihen wie „Mission Impossible“ und „Star Trek“. Doch bis auf seine Rolle in „Hektors Reise oder die Suche nach dem Glück“ (2014) sah man ihn selten romantisch. In „Es ist kompliziert“ trifft Jack (Simon Pegg) auf Nancy (Lake Bell), die er für sein vermeintliches Blind Date hält. Doch Nancy – 34-jährig, einsam, zynisch – verschwitzt, ihm zu sagen, dass sie dies eben nicht ist. Die beiden erleben einen wunderbaren Tag zusammen, bis die Lügenblase schließlich platzt. Die Story scheint auf den ersten Blick sehr dünn, jedoch gleichen wunderbarer Humor und Dialoge dies aus. Die Szenen leben von ihren beiden herausragenden Darstellern, die das Komödienfach stilsicher beherrschen. Dabei fällt auf, dass nur wenige Scherze peinlich oder unter der Gürtellinie sind. So wird der Zuschauer oft zum Schmunzeln und Lachen gebracht und verliert nie das Interesse an der Geschichte, auch wenn sie mit typischen Wendungen und dem obligatorischem Happy-End daherkommt. So eignet sich „Es ist kompliziert..!“ nicht nur für das typische Rom-Com-Klientel, sondern für jedermann, der sich gut amüsieren möchte.

Bewertung: 8/10

„Pixels“ (USA, 2015)

Pixels

Copyright : © 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Filmkritik: Seit vielen Monaten hatte man nun schon immer wieder das Vergnügen „Pixels“ als Trailer im Kino zu sehen. Der Film, der nun in den Kinos startete, hielt genau, was der Trailer versprach: großartige Bilder, Popcorn-Unterhaltung und seichte bis gute Witze. „Pixels“ erzählt davon, wie Außerirdische die Erde mit Computerspielen aus den 80er Jahren (Pacman, Centipede, Donkey Kong etc.) angreifen. Der amerikanische Präsident (Kevin James) ruft seinen alten Kumpel Sam Brenner (Adam Sandler) an, der ein besonders Händchen für solche Spiele hat. Zusammen mit weiteren ausgewählten Helfern und mit neu erschaffenen Lichtkanonen geht es daran, die Außerirdischen zu bekämpfen. So witzig die Ausgangsidee auch ist, ist die Verwirklichung durch Chris Colombus (bekannt für die Filme „Kevin allein zu Haus“ (1990) und die ersten beiden Teile der „Harry Potter“-Reihe (2001-2002)) recht konventionell ausgefallen. Die Actionkomödie verfügt über die typischen Wendungen und Charakterzeichnungen. Dabei gelingt der Humor nur stellenweise. Besonders in der Charakterisierung der Figur Ludlow (Josh Gad) haben die Filmemacher es einfach übertrieben, sodass viele Sympathiepunkte dabei verloren gehen. Was den Film besonders (auch in 3D) sehenswert macht, sind seine fantastischen Bilder. Die Erweckung der Videospiele und deren Kämpfe mit den Menschen sind sehr hübsch anzusehen und niemals langweilig. Im Gesamten bietet „Pixels“ das, was man erwarten kann: amüsante, kurzweilige Popcorn-Unterhaltung.

Bewertung: 6/10

Willkommen auf meinem ersten Blog

Frei nach dem Motto: Eine Testkammer ist zum Testen da.

In diesem Blog möchte ich vor allem meine Kritiken über Filme veröffentlichen oder verlinken, aber auch mich mit Büchern, mit Spielen und mit anderen testungswürdigen Objekten beschäftigen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Mitmachen.