Gestatten, Kästner!

2016_01_07_Motiv-Kaestner-web

@riesa efau

Ausstellungsbericht: Ausgerecht in die Stammstadt des Erich-Kästner-Museums kam das Literaturhaus München mit seiner Sonderschau über: Erich Kästner. Die hat durchaus ihre Berechtigung und kann noch bis zum 10.07. in der Motorenhalle des Dresdner riesa efau besichtigt werden.

Die Motorenhalle, das ist ein einziger weitläufiger Raum, der sonst Platz für Ausstellungen von junger Kunst zu bestimmten Themen bietet. Auch bei Erich Kästner hat sich zwischen die Schaukästen mit originalem Besitz des Meisters (Kästners Brille! Schreibmaschine! Regenschirm und Aktentasche!) die Kunst eingeschlichen. Da gibt es Videos mit ähnlicher Thematik und einige Gemälde und Grafiken. Nicht immer erschließt sich der Zusammenhang zu Kästners Werk. Der Audioguide, den es dazu gibt, weiß über die Kunst auch nichts zu sagen. Da muss sich jeder selbst Gedanken machen. Oder, was durch die Fülle an Informationen und die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Besuchers wahrscheinlicher ist, er geht einfach weiter.

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“Accidents, Blunders and Calamities” (2015)

Kurzfilm / Neuseeland / Animation / 2015

© Media Design School

© Media Design School

Filmkritik: Der neuseeländische Kurzfilm “Accidents, Blunders and Calamities” (übersetzt: Unfälle, Fehltritte und Unglücke) erzählt in einem besonderen Alphabet von der größten Gefahr für alle Tiere: dem Menschen. Als Gute-Nacht-Geschichte einer Opossum-Familie dargeboten, zeigt es die tödliche Unachtsamkeit und prangert mit viel morbidem Humor die menschliche Nachlässigkeit gegenüber der Natur an. James Cunningham (*1973), Regisseur, Cutter und Drehbuchschreiber in einem, verwendet dafür optisch eine Mischung aus Spiel- und Animationsfilm und erzählt in gereimter Form (vorgetragen von einer sehr angenehmen, typischen Märchen-Erzählerstimme: Phillip Greeves) von den mannigfaltigen und teilweise sehr kreativen Todesarten, welche die Tiere ereilen können. Dabei gelingt die Mischung aus morbidem Humor und moralischer Botschaft. Aber vor allem der erheiternde Teil bleibt dem Zuschauer wohl im Gedächtnis. So ist “Accidents, Blunders and Calamities” ein schwarzhumoriger, amüsanter Beitrag in der Kurzfilmlandschaft.

Bewertung: 7/10

Der komplette Kurzfilm (engl.):

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: 28. Filmfest Dresden – Festival Katalog

“Everybody wants some!!” (2016)

 © Constantin Film Verleih

© Constantin Film Verleih

Filmkritik: Der Regisseur und Drehbuchschreiber Richard Linklater (*1960) versteht sich darauf, die Stimmung und das Kolorit vergangener Zeit und vor allem auch die zeitlichen Entwicklungen einzufangen. Bewiesen hat er das besonders mit Filmen wie “Boyhood” (2014) und der Before-Reihe (“Before Sunrise” (1995), “Before Sunset” (2004) und “Before Midnight” (2014)). Auch bei seinem neuesten Film – “Everybody wants some!!” (OT: “Everybody wants some!!”, US, 2016) – schafft er es wunderbar, die jüngere Vegangenheit auferstehen zu lassen, vergisst dabei aber, dass Filme durch eine gute Geschichte lebendig werden.

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Herrgott, die Hände!

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Georges de la Tour: Büßende Maria Magdalena, 1625-1650

Dieses Gemälde war heute in der Sächsischen Zeitung abgedruckt. Ist es nicht magisch? Dieser Kerze traut man zu, dass die jeden Moment ihre Flamme flackernd vergrößert. Das Schneewittchenhaar der Magdalena schimmert seidig. Wie leicht der zarte Leinenstoff ist, spürt man fast auf der Haut. Der Spiegel – doch Moment, was zum Teufel hat die denn im Schoß? Okay, den Schädel von wem auch immer (dass der menschlich ist, weiß man nur durch die Bildtradition) erkennt man noch. Und das da drüber, ein Holzbrett? Nein, das ist eine Hand!

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