“Southpaw” (2015)

© Tobis Film

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Filmkritik: Das Feld der Boxerfilme ist weit. Meistens finden sie vor allem bei Fans des Sports ihr Publikum. Aber wie schon in David O. Russells Film “The Fighter” (2010) rückt auch in “Southpaw” (OT: “Southpaw”, US, 2015) von Antoine Fuqua das Menschliche ins Zentrum des Geschehens, nicht der Sport.

Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist seit vielen Jahren ungeschlagener Boxchampion, was er einerseits seiner speziellen Strategie, andererseits seinem gerissenen Manager Jordan (Curtis ‘50 Cent’ Jackson) und seiner liebenden Ehefrau Maureen (Rachel McAdams) verdankt. Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird seine Frau in einem Tumult erschossen. Er muss sich fortan um die Tochter Leila (Oona Laurence) kümmern. Schon bald schreitet das Jugendamt ein, da er sich aufgrund von Alkohol, Rachegelüsten und Verzweiflung nicht um sie kümmern kann. Was Billy nun braucht, ist ein Neustart. Clean werden und wieder in den Ring steigen, um für seine Tochter sorgen zu können, sind seine neuen Ziele. Um das zu erreichen, besorgt er sich den Coach Titus ‚Tick‘ Wills (Forest Whitaker), der ihn auf Vordermann bringen soll.

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“Vacation – Wir sind die Griswolds” (2015)

© 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC

© 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC

Filmkritik: Die “National Lampoon’s Vacation”-Reihe – bestehend aus “Die schrillen Vier auf Achse” (1983), “Hilfe, die Amis kommen” (1985), “Schöne Bescherung” (1989) und “Die schrillen Vier in Las Vegas” (1997), immer mit Chevy Chase in der Hauptrolle – besitzt auch heute noch eine Fangemeinde. Die Blödel-Filme trieben es stets sehr bunt. Der neue Film,  “Vacation – Wir sind die Griswolds” (OT: “Vacation”, US, 2015), deutet schon mit seinem Titel an, dass er die Tradition fortsetzen will.

Rusty Griswold (Ed Helms), Sohn von Clark Griswold, möchte beim diesjährigen Sommerurlaub etwas Neues mit seiner Familie unternehmen. Daher entscheidet er sich, die Reise seiner Jugend, einen Roadtrip zu dem Freizeitpark Walley World, mit seiner Frau Debbie (Christina Applegate) sowie seinen Söhnen James (Skyler Gisondo) und Kevin (Steele Stebbins) zu wiederholen. Diese haben wenig Lust auf den Trip. Der seltsame Mietwagen, die sich dauernd streitenden Brüder, der Besuch des ehemaligen Colleges von Debbie und der Aufenthalt bei Rustys Schwester Audrey (Leslie Mann) und ihrem Mann (Chris Hemsworth) sowie eine fast tödliche Wildwasserfahrt versüßen das nicht gerade. Doch auch bestohlen, blamiert und völlig fertig geben die Griswolds nicht auf, Walley World zu erreichen.

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“Mission: Impossible 5 – Rogue Nation” (2015)

 © 2015 Paramount Pictures

© 2015 Paramount Pictures

Filmkritik: Die “Mission-Impossible”-Reihe begann im Jahre 1996 und zählt zu den Klassikern des Agentenfilm-Genres. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Filme stark voneinander. In manchen Teilen wurde mehr Wert auf Action gelegt, in anderen wiederum war die Geschichte verschachteltrt und undurchsichtiger. Konstant geblieben sind immer nur die Figuren des Ethan Hunt und seines Buddys Luther. Auch die Regisseure wechselten mit jedem Teil. Der neueste Teil,  “Mission: Impossible 5 – Rogue Nation”, entstand unter der Regie von Christopher McQuarrie, der damit in die Fußstapfen von de Palma, Woo und Abrahams tritt. Doch am stärksten orientierte er sich am vierten Teil unter der Regie von Brad Bird. Die Hauptrollen wurden dieses Mal bis auf den weiblichen Part komplett übernommen. Das war eine kluge Entscheidung, so sind die Charaktere bereits gefestigt, haben ihr Rollenbild und sind allein dadurch schon sympathisch.

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“Dating Queen” (2015)

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Filmkritik: Der neueste Film des amerikanischen Regisseurs Judd Apatow (*1967), “Dating Queen” (OT: “Trainwreck”, US, 2015), folgt seinem bisherigen Erfolgsrezept: bissige Komödien, die immer mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit beinhalten. Als Regisseur schuf er Werke wie “Beim ersten Mal” (2007) und “Immer Ärger mit 40” (2012). Zusätzlich betätigte er sich noch als Produzent und Drehbuchschreiber von vielen namhaften Filmen wie “Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy” (2004, Produzent) oder “Ananas Express” (2008, Autor & Produzent). Bei seinen Regiearbeiten, die durchweg Komödien sind, erkennt man untereinander Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen. Es geht stets um zwischenmenschliche Beziehungen, Familie, Kinder und Ehen. Was diese auszeichnet oder welche Probleme die diversen zwischenmenschlichen Kontakte mit sich bringen, beschreibt er in seinen Filmen immer treffsicher, realitätsnah und meistens urkomisch. So auch bei seinem neuesten Werk.

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“Kartoffelsalat – Nicht fragen!” (DE, 2015)

© take 25 Pictures GmbH

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Filmkritik: Es gibt auf der Welt viele schlechte oder schlecht gemachte Filme. Gerade im Horrorgenre und im B-Sektor finden sich einige Perlen. Die Sharknado-Trilogie (2013-2015, 2016 erscheint der vierte Teil) sticht mit seiner miesen Qualität hervor, kann dabei aber meistens noch gut unterhalten. Das liegt daran, dass sich diese Art Filme oft selbst nicht zu ernst nehmen. Der Spaßfaktor bleibt aber bei dem deutschen Film “Kartoffelsalat – Nicht fragen!” auf der Strecke, da er zu viel erreichen will und mit altbackenem Humor zu überzeugen versucht. Dafür wird ihm eine ganz seltene Ehre zuteil. Auf dem Imdb Bottom Charts belegt er den Platz 1 mit einer Wertung von 1,1 als schlechtester Film aller Zeiten! Filme wie “Daniel, der Zauberer” (2004, Platz 19) oder “Alone in the Dark” (2005, Platz 71) von Uwe Boll haben dagegen keine Chance.

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“Shaun das Schaf – Der Film” (2015)

© StudioCanal

© StudioCanal

Filmkritik: Die britische Filmproduktionsfirma Aardman Animations hat sich auf Claymation spezialisiert. Dabei werden Knetfiguren mit Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt. In den 90er Jahren erregten sie mit den ersten drei “Wallace & Gromit” Kurzfilmen (1989, 1993, 1995) Aufsehen. Der Film aus dem Jahr 1995, “Unter Schafen” (OT: “A Close Shave”) führte die Figur von Shaun dem Schaf ein. Dabei wird Wallace‘ und Gromits wolliger Gast aus Versehen geschoren (engl.: to shorn), und so kommt er zu seinem Namen. Im Jahr 2007 wurde aus dieser Nebenfigur eine komplette Serie gebastelt, die bereits seit sechs Staffeln (à la 130 Folgen) ausgestrahlt wird und sich großer Popularität erfreut. Wie auch die Serie von “Wallace & Gromit” ihre Verfilmung 2005 mit “Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen” (OT: “Wallace & Gromit: The Curse Of The Were-Rabbit”) erhielt, wurde für “Shaun das Schaf” ein Kinofilm konzipiert. Der heißt, wie könnte es anders sein, “Shaun das Schaf – Der Film” (“Shaun the Sheep – the Movie”, GB, 2015).

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“Home – Ein smektakulärer Trip” (“Home”, US, 2015)

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

Filmkritik: In den meisten Animations- und Zeichentrickfilmen werden auf kindgerechte Art und Weise Fehler der Menschen angeprangert (meist ersetzt durch andere Kreaturen oder Tiere). Doch bei “Home” besitzen die Menschen durchweg positive Eigenschaften, für welche es sich zu kämpfen lohnt. Die Boovs, eine Außerirdischen-Rasse, fliehen schon viele Jahre vor ihrem Erzfeind. Die Erde scheint ihnen das perfekte Versteck zu sein. Alle Menschen werden von den Boovs in Siedlungen ausgesiedelt, so dass sie die Welt übernehmen und dort in Frieden leben können. Doch einer der Boovs, der andersartige Oh (gesprochen von Bastian Pastewka – im Original von Jim “Sheldon” Parsons) schickt aus Versehen den Feinden die Adresse ihres Zufluchtsortes. Um diesen Fehler auszubügeln, schließt er sich mit dem Menschenmädchen Gratuity ‘Tip’ Tucci (Josefine Preuß, im englischen Original: Rihanna) zusammen, die ihre Mutter sucht. Die Zweckgemeinschaft erlebt eine abenteuerliche Reise quer über den Globus. Der Animationsfilm von Tim Johnson (Regisseur von “Antz” (1998) und “Ab durch die Hecke” (2006)) besticht durch seine Gestaltung, durch die interessanten Figuren der Boovs, die mit ihrer Stimmung auch ihre Farbe wechseln, und durch den abenteuerlichen Roadtrip. Schwerer zu ertragen ist dagegen der teilweise recht seichte Humor und der sehr poppige Soundtrack (darunter viele Songs von Rihanna), welcher dem Film in manchen Szenen sogar eher den Schwung raubt. Doch am schlimmsten für Erwachsene könnte die Idealisierung der Menschen sein. Alles, was den unterkühlten Boovs fehlt, wie Liebe, Familie und Gesellschaft, zeichnet die Menschen aus. Dabei sind diese stets friedfertig und versuchen immer zueinander zu halten. So ging es den Machern nur um die Betonung der Bedeutung von Familie. Wenn man sich stets in Erinnerung ruft, für welche Zielgruppe – eben Kinder – der Film gemacht ist, kann man über diesen Fakt hinwegsehen und sich gut unterhalten lassen.

Bewertung: 6/10

Film Nr. 1 der 25-Tage-Flatrate vom Cinemaxx

geschrieben von Doreen Matthei