Im Staatsschauspiel Dresden: Früchte des Zorns

Aufführungsbericht: Wie schreibt man spannend über Arbeitslosigkeit und die Lähmung durch fehlende Perspektiven? Der US-Amerikaner John Steinbeck hat es versucht und dafür Pulitzer-Preis und Literaturnobelpreis eingeheimst. Aber geschafft hat er es nicht: „Früchte des Zorns“ ist kein fesselnder Roman geworden, so gut und wichtig er auch ist. Schafft Regisseurin Mina Salehpour, dem Stoff Leben einzuhauchen?

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Irgendwann stecken sie bis zum Hals im Dreck. © Sebastian Hoppe

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Im Staatsschauspiel Dresden: Erniedrigte und Beleidigte

Aufführungsbericht: Es war der große Aufreger der letzten Spielzeit. Sebastian Hartmann, Schüler des berüchtigten Frank Castorf, brachte einen Dostojewski-Roman auf die Bühne. Eine Offenbarung für die einen, ein fürchterliches Ärgernis für die anderen. Was von beiden es ist es nun? Lohnen sich die knapp drei Stunden Sitzen ohne Pause?

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Das typische Gewusel mit dem Großteil des Ensembles © Sebastian Hoppe

Eine stringente Handlung fehlt. Nachvollziehbare Figuren, bei denen man mitfiebert und mitfühlt, auch. Trotzdem gibt es genug zu sehen und noch mehr auf die Ohren. Weiterlesen

Im Staatsschauspiel Dresden: In seiner frühen Kindheit ein Garten

Aufführungsbericht: Christoph Hein schreibt nicht nur tolle Romane und Erzählungen, sondern auch Dramen. Trotzdem entscheidet sich Regisseurin Friederike Heller dazu, einen Roman von ihm für die Bühne umzuarbeiten. „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ erzählt von den Eltern eines RAF-Terroristen, der erschossen wurde. Unter welchen Umständen, ist unklar. Die Eltern nehmen den Kampf um die Wahrheit auf.

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Birte Leest; als Ehepaar Zurek: Hans-Werner Leupelt, Christine Hoppe; Moritz Kienemann; Philipp Grimm (v.l.n.r.) © Sebastian Hoppe

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Jetzt günstig ins Staatsschauspiel kommen!

Kultiger Spaß: Frau Müller muss weg @Matthias Horn für Staatsschauspiel Dresden

Letzte Chance, günstiges Vergnügen: Wenn der Dresdner Intendant Wilfried Schulz nach Ende der Spielzeit nach Düsseldorf geht, nimmt er viele Künstler mit. Stücke, in denen diese Schauspieler auftreten, gehen deshalb aus dem Repertoire, und einige andere auch. Um den Abschiedsschmerz ein wenig zu mildern, zeigt das Staatsschauspiel diese Stücke zum vergünstigten Preis. Das heißt 10 Euro auf allen Plätzen. Wer schnell ist, sitzt für wenig Geld vorne im Parkett. Eine kleine Liste, was zu sehen sich wirklich lohnt.

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Im Staatsschauspiel Dresden: Der Idiot

Aufführungsbericht: Regisseur Matthias Hartmann hat Fjodor Dostojewskis rund 900 Seiten langen Roman auf die Bühne gebracht. Dabei galt es, ein Gewirr aus Handlungen und eine Vielzahl an Figuren in ein übersichtliches, bühnentaugliches Format zu gießen. Das gelingt unglaublich gut. Trotz Kürzungen bleibt es ein Mammutabend von etwa vier Stunden Länge, aber vollkommen ohne Längen. Dafür sorgt vor allem die kluge wie gewitzte Entscheidung, die erzählerische Form beizubehalten. Das bringt eine gute Portion Humor in den Stoff, der von den meisten Lesern als finster und pessimistisch empfunden wird.

Einzeln treten die Schauspieler zu Anfang auf die Bühne. Sie stellen die Figur vor, die sie verkörpern. Es reichen wenige Gesten (zum Beispiel das Zurückbeugen von Rosa Enskat als Generalin Jepantschina) oder Redewendungen (etwa die stete Betonung von Kilian Lands Gawrila Iwolgin, eine stattliche Erscheinung zu sein), um die Figuren eindrücklich zu charakterisieren. Dazu tragen auch die Kostüme von Tina Kloempken bei.

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