“Wintersonnenwende” (2014)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2014

Filmkritik: Der siebenminütige Kurzfilm “Wintersonnenwende” ist das Debütwerk der Regisseurin Denise Ekale Kum. Er stellt den Anfang einer Vier-Jahreszeiten-Projektidee dar und beschäftigt sich mit dem Thema Angst.

Jason (Bardo Böhlefeld) wird jede Nacht von demselben Alptraum gequält. In diesem Traum wird er von einem Fremden durch einen Wald gejagt. Dies erscheint ihm so real und greifbar, dass er sich seinen Ängsten unweigerlich und nicht nur im Traum stellen muss.

Weiterlesen

“Laserpope” (2016)

Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2016

Filmkritik: Da es der deutsche Genrefilm in Deutschland so schwer hat, werden oft statt ganzer Filme nur Trailer zu nicht existierenden Spielfilmen kreiert. Diese dienen entweder dazu, für einen späteren Langfilm zu werben und so Geldmittel aufzutreiben oder in nur wenigen Minuten all die coolen Szenen zusammen zu schneiden, die man am liebsten in solch einem Genrestück sehen wollen würde. Der Kurzfilm ”Laserpope” gehört vermutlich eher zur letzteren Sorte, da er in seinen vier Minuten bereits mit vielen verrückten Ideen aufwartet und sich richtig austobt.

Weiterlesen

„Herz oder Kopf: Inner Workings“ (2016)

Kurzfilm / USA / Animation / 2016

© 2016 Walt Disney Pictures

© 2016 Walt Disney Pictures

Filmkritik: Traditionell wird vor jedem Pixar-Animationsfilm ein Kurzfilm (meist von ganz anderer Machart als der Hauptfilm) gezeigt. Walt Disney scheint dieses Konzept jetzt zu übernehmen und zeigt vor seinem neuesten Animationsfilm „Vaiana“ den siebenminütigen Kurzfilm „Herz oder Kopf: Inner Workings“ (OT: „Inner Workings“).

Weiterlesen

“The Beast” (2015)

Kurzfilm / Kroatien / Fiktion / 2015

© Daina O. Pusić

© Daina O. Pusić

Filmkritik: Die kroatische Filmmacherin Daina O. Pusić konnte schon früh Preise für ihre Kurzfilme gewinnen und kann auch mit ihrem auf dem Filmfest Dresden gezeigten Werk “The Beast” (OT: “Zvjerka”) überzeugen. Die 75-jährige Vera (Doris Saric-Kukuljica) kümmert sich seit vielen Jahren um ihre kranke 100-jährige Mutter Nada (Marija Kohn). Dabei ist ihr Verhältnis angespannt und raubt Vera alle Energie. Als sich eines Tages eine Fledermaus unter dem Bett der Mutter einnistet, scheint diese daraus wieder Lebenskraft zu beziehen und ihre Böswilligkeit tritt mehr und mehr zu Tage.

Weiterlesen

„Secrets we keep“ (2015)

Kurzfilm / Frankreich / Fiktion / 2015

© Adem Suljic

© Adem Suljic

Filmkritik: Der französische Kurzfilm „Secrets we keep“ möchte so Vieles sein, was er nicht ist. Der Regisseur Adem Suljc erzählt in seinem neunminütigen Kurzfilm in schnellen Filmbildern von den dunklen Machenschaften in Chinatown. Die Geschichte wirkt nicht ausgereift und nur wie aneinandergereihte Bilder. Ein roter Faden wird schmerzlich vermisst. Weiterlesen

“Mayday” (2015)

Kurzfilm / Frankreich / Fiktion / 2015

© Sébastien Vanicek

© Sébastien Vanicek

Filmkritik: Der französische Kurzfilm “Mayday” erzählt in seiner knappen Viertelstunde die Geschichte des gestörten Verbrechers Michel (Adrien Bour). Dieser befindet sich auf seinem Auslieferungsflug. Durch seine Angst und seine kranke Psyche halluziniert er und wünscht sich eine Katastrophe herbei. Der Regisseur Sébastien Vanicek, der auch das Drehbuch geschrieben hat, entführt den Zuschauer in den Kopf des Geisteskranken, sodass auch die Betrachter nicht zwischen Realität und Halluzination unterscheiden können. Hinzu kommen ständige Zeitsprünge zurück, die dem Zuschauern erst nach und nach die Situation erschließen lassen. Dabei ist der Film wie ein Ausschnitt einer Geschichte und möchte gar nicht einen Verlauf erzählen, sondern nur einen Einblick in Michels Kopf geben, was teilweise schon gehörig eklig und schockierend ist. So erscheint “Mayday” wie eine unterhaltsame Idee, deren finale Ausreifung und Umsetzung aber noch nicht durchgeführt wurde.

https://vimeo.com/251328067

Bewertung: 5,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: Cinestrange 2016 – Programmheft

„Hada“ (2015)

Kurzfilm / Spanien / Fiktion / 2015

© Tony Morales

© Tony Morales

Filmkritik: Der spanische Kurzfilm „Hada“, gesehen auf dem 3. Cinestrange und den 27. Bamberger Kurzfilmtagen, erzählt in seinen neun Minuten eine typische aber mitreißende Gruselgeschichte. Der kleine Daniel soll in der heutigen Nacht von der Zahnfee besucht werden. Doch nicht nur sie erscheint ihm. Das Licht, was sonst das Dunkle vertreibt, scheint hier die Gefahr zu bringen. Der Kurzfilm „Hada“, was so viel bedeutet wie „Fee“ bedeutet, des Spaniers Tony Morales ist eine gelungene Fingerübung und erzählt mit wenig Laufzeit eine spannende Geschichte. Er zeigt, wie er mit seinen filmischen Mitteln einen unter die Haut gehenden, wenn auch leisen Horror erzeugen kann. Die Versatzstücke dabei sind zwar bekannt (wie Lichtspielereien, die Bettdecke als Versteck, ein Kind als Protagonist), aber Morales setzt sie geschickt zusammen, so dass man ungemütliche Minuten im Kinosessel erlebt. Dies könnte der richtige Einstieg für den Regisseur bedeuten, falls er es schafft das richtige Publikum zu finden. Lohnenswert ist der Kurzfilm allemal.

Bewertung: 7/10

Überzeug Dich selbst vom Kurzfilm „Hada“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle:

“Master Blaster” (2014)

Kurzfilm / Japan / Animation / 2014

© Sawako Kabuki, Standbild

© Sawako Kabuki, Standbild

Filmkritik: Bereits in ihren vorherigen Werken hat die japanische Regisseurin Sawako Kabuki, Jahrgang 1990, mit Werken wie “Anal Juke – Anal Juice” (2014) in ihrer analen Phase geschwelgt. Der knallbunte Animationskurzfilm “Master Blaster” erzählt mit Hilfe eines Liedes eine seltsame Geschichte über Liebe und Besitzansprüche. Dabei möchte die Frau am liebsten im Anus ihres Geliebten eintauchen. Der japanische Song von Shinsuke Sugahara erklärt die Leidenschaften der dargestellten Personen zum Teil und bringt ein bisschen Licht in das Wirrwarr. “Master Blaster” ist kein besonders tiefgründiger Film oder einer, der jeden Geschmack treffen wird. Aber er schafft es bestimmt, das ein oder andere Gemüt mit seinen vier Minuten Länge zu unterhalten und einen Ohrwurm zu verpassen.

Bewertung: 5/10

Auf YouTube kannst Du den kompletten Kurzfilm “Master Blaster” (Musik m. engl. UT) anschauen.

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen: 28. Filmfest Dresden – Festival Katalog